Rezension

Der kleine Hobbit

der-hobbitvon J. R. R. Tolkien

Zitat

»Ich bin derjenige, der seine Freunde lebendig einsargt, sie ertränkt und dann doch wieder lebendig aus dem Wasser zieht. Ich kam aus dem Ende eines Beutels, aber über mich kam kein Beutel.«
– S. 284, Z. 15ff, dtv junior – Taschenbuch © 1997

Bewertung

Schreibstil
Der Schreibstil ist wirklich sehr eingängig. In manchen Situationen etwas gewöhnungsbedürftig, aber gut verständlich. Natürlich kann ich nicht beurteilen ob Tolkiens Schreibstil so ist, denn eigentlich hängt es bei Übersetzungen auch vom Übersetzer ab. Aber ich bin der Meinung, dass dieser es so gut wie möglich beim Original belassen hat, was Witz und Finesse angeht.

Lesefluss
Man wird niemals aus dem Lesefluss gerissen, der Stil ist nahezu geradlinig und der rote Faden lässt sich außerordentlich gut verfolgen, weil man von Anfang an das Ziel – den Erebor – im Auge hat, auch wenn der rote Faden zum Ende hin plötzlich gekappt wird.

Spannung
Zu Anfang ist die Spannung wirklich ziemlich groß, man fiebert dem Ende sehr entgegen, denn man möchte doch noch wissen was nun alles im Erebor passiert, doch irgendwie flaute diese Spannung zum Ende hin etwas ab und dümpelte ehrlich gesagt nur vor sich hin.

Inhalt
Inhaltlich kann man sich kaum beschweren, man weiß im groben schon was einen erwartet und wird dennoch immer wieder von Tolkien überrascht. Er legt sehr viel Witz an den Tag, wobei ich vermute, dass manche dieser Witze im Englischen besser rüber kommen. Er baut in der ganzen Geschichte bis zum Erebor mächtig viel Spannung auf und als sich dann Smaugs Schicksal erschließt ist plötzlich die Spannungsseifenblase geplatzt und das Ende wirkt eher wie ein Anhang. Zu kurz und undefiniert im Vergleich zum sonst so aufgebauschten Kleinkram. Nichts desto trotz merkt man sehr wohl, dass diese Geschichte nicht einfach aus Tolkiens Ärmel geschüttelt wurde. Die Charaktere sind sehr stimmig und jeder vertritt seine Charakterzüge auch vehement, keiner weicht sozusagen von seinem Skript ab. Demzufolge also sehr glaubhafte Charaktere, auch wenn Gandalf mir einstweilen ziemlich seltsam erscheint.

persönliches Gesamtbild/Meinung
Auf jeden Fall sollte man diese Geschichte gelesen haben oder seinen Kindern vorlesen. Er lehrt uns doch recht viel. Vorallem über Personen die einen am Ende noch überraschen können, weil man sie schlichtweg unterschätzt hat. Diese Geschichte erzählt von 13 Zwergen und einem Hobbit, die mutiger und zielstrebiger nicht hätten sein können. Dennoch finde ich das Ende ziemlich dahingedroschen. Gut vielleicht geht es tatsächlich nur mir so, aber es wirkt ein bisschen abgewürgt. Das ist wirklich sehr schade, aber der Rest ist große Klasse.

Gesamte Sternchen: 3,8 ~

Bild von dtv

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