Rezension

Muh!

›Muh!‹ von David Safier stand schon länger auf meiner Wunschliste, denn die andere Bücher von David Safier waren sehr überzeugend. Sein Schreibstil, gerade bei den humoristischen Büchern, gefällt mir äußerst gut.

Meine liebsten Stellen:

Und Schweine sind ganz schön dämlich, die denken doch tatsächlich, die Welt bestünde nur aus unserem Bauernhof, während wir Kühe von unserer Weide aus bis zu den Bäumen am Ende der Welt sehen können. Jene Bäume, die man nicht passieren darf, weil man dahinter in einen Abgraund stürzt und tagelang fällt, um schließlich in der unendlichen Milch der Verdammnis zu landen.
– S. 9, Z. 22ff, Rowohlt Taschenbuch Verlag © 2012

&

Er drückte sein Gesicht an meine Schnauze und weinte, weil er uns nicht umbringen wollte. Er hatte tatsächlich Gefühle. Wie wir.
Ja, vielleicht waren Menschen auch nur Kühe.
– S. 65, Z. 6ff, Rowohlt Taschenbuch Verlag © 2012

Was der Klappentext sagt…

Schwarzbunt ins Glück

Kuh Lolle aus Ostfriesland hat gerade eine ziemlich schlechte Phase: Nicht nur, dass ihr heißgeliebter Stier Champion sie mit der dusseligen Kuh Susi betrügt. Nein, Lolle erfährt auch vom Plan des Bauern, den Hof zu verkaufen und alle Kühe zwischen zwei Brötchenhälften enden zu lassen. Aber es gibt Hoffnung. Ein weitgereister italienischer Kater verrät ihr, dass es ein Paradies für Kühe gibt: Indien! Und so beschließt Lolle, sich mit ihren beiden besten Freundinnen, der harten Hilde und dem lieben Radieschen, vom Acker zu machen und die gefährliche Reise in das Land zu wagen, wo Kühe den Menschen heilig sind…

…und wie ich es fand.

Konnte ich es weglegen? Nur schwer. Wieder einmal hat mich David Safier richtig begeistert, in seinen Bann gezogen und mich in eine andere Welt entführt. Die Welt aus der Sicht einer Kuh! Und Lolle, Champion, Radieschen und Hilde sind richtige Stereotypen oder besser gesagt Stereokühe. Die Entwicklung jedes einzelnen Charakters ist gut durchdacht, nachvollziehbar und schenkt einem Hoffnung, dass sich jeder ändern kann, wenn er es nur will. Die Reise dieser kleinen Kuhherde ist so irrwitzig wie rasant. David Safier schafft es, auf seine ganz besondere Art und Weise, diese Reise als völlig plausibel darzustellen obwohl sie an manchen Stellen doch recht abstrus wirkt. Man lebt und leidet mit Lolle, beginnt irgendwann Sympathie für die Charaktere zu entwickeln, die man am Anfang nicht mochte und ist am Ende zu Tode betrübt, dass die Geschichte zu Ende ist.

Bewertung: 4,5 ~

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *