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Ein Landkind wollte Stadtkind werden

Bei der lieben Leeri habe ich eine richtig tolle Blogparade entdeckt, die ursprünglich von Ilona kommt. 🙂 Und als ich ihren Beitrag dazu gelesen habe, musste ich irgendwie lächeln, weil es bei mir Ähnlichkeiten gibt, aber eigentlich alles ganz anders verlief. Leeris Aufbau hat mir so gut gefallen, dass ich es ebenfalls so umsetzen möchte. ♥

Geburtsstadt: Schwabmünchen, 14 Tsd. Einwohner

Zumindest sagt die Webseite meiner Geburtsstadt, dass es – im November 2015 – 14.190 Einwohner waren. Schwabmünchen ist also keine besonders große Stadt, aber sie hat alles nötige vor Ort. Zumindest heute. Drei Jahre nachdem ich geboren wurde, hatte Schwabmünchen sage und schreibe 11 Tsd. Einwohner. Als Kind habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht ob mein Geburtsort jetzt groß oder klein war. Er war einfach wie er war. Wir hatten alles vor Ort. Kindergärten, Schulen (Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium), ein Krankenhaus und ausreichend Einkaufsmöglichkeiten. Manche nur mit dem Auto erreichbar, aber ich hatte das Glück nicht unweit von der Innenstadt – nennt man heute tatsächlich so – aufgewachsen zu sein. So konnte ich mit meinem Vater oder meinem großen Bruder in die Stadt laufen um ein Eis zu essen oder beim Müller eine CD zu kaufen etc. Jedoch fand ich Schwabmünchen vorallem in meiner Teenagerzeit unglaublich langweilig. JA, wir hatten ein Freibad und JA, wir hatten eine tolle Eisdiele in der man sich mit Freunden treffen konnte. Auch der Luitpoldpark und der Eisplatz waren toll, aber irgendwann einfach nicht mehr genug. Man wollte raus, was erleben, in die “große” Stadt.

Herzensstadt: Nürnberg, 501 Tsd. Einwohner

In Nürnberg habe ich an sich nie gelebt, aber sehr viel Zeit verbracht, da meine Großeltern dort wohnen. So konnte ich ein- bis zweimal im Jahr dort mehrere Tage oder Wochen verbringen. Als ich ganz klein war, dachte ich immer, dass dort nur alte Leute leben. Später stellte ich fest, dass mir das nur so vorkam, weil ich mit meinen Großeltern immer SEHR früh unterwegs war und die anderen Menschen einfach nur in der Arbeit waren und die Kinder Zuhause, im Kindergarten oder ähnliches.  Wenn ich heute in Nürnberg bin, dann bekomme ich Heimatgefühle, als wäre ich dort aufgewachsen, was ich ja zu einem gewissen Teil auch bin. Denn es war nicht so, dass ich dort einfach zu Besuch war und meine Zeit verlebt habe, sondern ich habe auch alles mögliche über die Stadt gelernt. Wenn ich heute in eine neue Stadt ziehe, dann lese ich nach woher der Name der Stadt kommt, was das Wappen zu bedeuten hat, ein bisschen über die Entstehungsgeschichte und und und. Es ist unglaublich interessant und verbindet mich auch gleich ein wenig mehr mit der Stadt in der ich lebe. Nürnberg ist jedenfalls eine ganz wundervolle Stadt und ich bin mir sicher, dass man mich dort aussetzen könnte und ich würde immer wieder zum Hauptmarkt finden ODER zu meinen Großeltern. 😉

2. Wohnort: Augsburg, 280 Tsd. Einwohner

Mit 15 Jahren begann meine Reise in die große Stadt, um dort eine weiterführende Schule zu besuchen. Am Anfang war das ganze für mich so aufregend, dass ich wirklich Angst hatte mich zu verlaufen und nie wieder nach Hause zu finden. Absurd, wenn ich mir das so überlege. Mit 16 Jahren lernte ich meinen Prinzen kennen und mit 19 zog ich aus und mit ihm in unsere erste gemeinsame Wohnung. Diese war in Augsburg, allerdings eher am Stadtrand, da wir uns die Mieten in der Innenstadt nicht leisten konnten, damals besuchte ich auch noch die Fachoberschule und er machte gerade seine Ausbildung fertig. Wir hatten mit unserer ersten Wohnung eigentlich genau das was wir wollten, von der Lage her, denn wir hatten nicht einmal fünf Minuten zur Straßenbahn und dann knapp 20 Minuten in die Innenstadt. Perfekt, wenn man sich mit Freunden treffen wollte. Später zogen wir innerhalb des Stadtteils in eine andere Wohnung. Etwas größer, etwas teurer, aber dafür statt einer Ölheizung zum selbstanzünden mit Heizkörpern an den Wänden, netten Nachbarn und ohne Angst am nächsten Morgen – dank einer Kohlenmonoxidvergiftung – nicht mehr aufzuwachen. 😉 Nach der Fachoberschule begann ich meine Ausbildung zur Fotografin in einem relativ nahe gelegenen Studio. Später musste ich dann leider den Ausbildungsplatz wechseln und weil diese nicht gerade wie Sand am Meer zu finden sind, verschlug mich meine Ausbildung nach Eching (Münchner Norden) und die Strecke die ich zurücklegen musste war enorm. Da irgendwann, neben der zeitfressenden Routine “Schlafen – Frühstück – Fahrt – Arbeit – Fahrt – Abendessen – Schlafen”, so gar kein Fetzen Zeit mehr für mich übrig blieb und des Prinzen Arbeitsstätte sich auch verlagert hatte, entschieden wir uns Richtung München zu ziehen. München selbst ist unglaublich teuer, also suchten wir uns etwas passendes im Umland.

Zwischenstopp: München, 1,4 Mio. Einwohner

Nein in München lebte ich nie, aber ich verbrachte viel Zeit dort. Vorallem während meiner Berufsschulzeit. Schnell stellte ich fest, dass mir München definitiv zu groß ist. Niemals könnte ich in einer so unruhigen Stadt leben. Zu groß, zu hektisch, zu grau. Ganz genau, zu grau. Ich bin nun wirklich kein Naturliebhaber in dem Sinne, dass ich am liebsten in einem Erdloch leben würde oder so, aber die drei Bäume auf 1 km² die man in München mal zu sehen bekommt, sind mir dann doch zu wenig. Natürlich gibt es den englischen Garten und noch viele andere tolle Grünanlagen, aber das ist einfach nicht das selbe wie in meinem Geburtsort oder dem Wohnort den der Prinz und ich uns ausgesucht haben.

3. Wohnort: Olching, 26 Tsd. Einwohner

olching

Olching ist eigentlich eine recht kleine Stadt, würde ich sagen. Viel Grün, viele nette Menschen und Hektik ist hier – außer im Berufsverkehr – eher ein Fremdwort. Die Lage ist natürlich super, denn wir liegen direkt an der Autobahn und kommen so sehr schnell nach München oder nach Augsburg. Natürlich auch in viele andere Richtungen, aber schnell möchte ich in diesen Fällen dann nicht mehr behaupten. 😉 Wir haben jede Menge Kindergärten und von der Grundschule bis zum Gymnasium ist alles vertreten. Also fast wie in meiner Geburtsstadt, die einzigen Dinge die fehlen sind ein Krankenhaus und ein Freibad. Wobei sich Freibäder hier auch kaum lohnen, denn wir haben jede Menge Badeseen um uns herum. Einkaufsmöglichkeiten gibt es noch und nöcher. Die Ausgehmöglichkeiten sind natürlich nicht so extravagant wie in München, aber es gibt schon das ein oder andere nette Lokal in dem man sich gemütlich zusammen setzen kann. Und wenn einem das dennoch nicht genug ist, ist man innerhalb von einer halben Stunde am Münchner Stachus. 😉

Obwohl ich immer in die große Stadt wollte, das pulsierende Leben spüren, stellte ich irgendwann fest, dass mir die Ruhe weit mehr bedeutet, als es jede Partymeile jemals tun würde.

12 thoughts on “Ein Landkind wollte Stadtkind werden

  1. ein super schöner artikel! gefällt mir gut und die bilder dazu auch, sie drücken deine stimmung zum ort schon irgendwie aus 🙂 ich wohne ja jetzt derzeit in wien, bin aber am stadtrand außerhalb in niederösterreich aufgewachsen und denke, dass es mich mittelfristig auch wieder dorthin verschlagen wird. ich liebe die stadt, aber ich bin auch gern draußen und dort hab ich den wald direkt vor der haustür. obwohl es uns in wien mit dem wienerwald eh gut geht, wir sind da wirklich sehr verwöhnt.

    danke fürs lesen und kommentieren <3
    mir gehts mit facebook ähnlich. ich hab seiten abonniert, die mir schöne bilder zeigen und lustige sprüche, außerdem die medienunternehmen für meine artikel. aber ich merke, dass ich halt viel nicht mitbekomme, weil es diesen algorithmus gibt und weil ich kaum noch like. es nervt mich einfach, dass dann auf den pinnwänden meiner kontakte diese dinge so groß erscheinen als würde ich sie teilen. von dem her gibt es nur noch in ausnahmefällen einen daumen, was den algorithmus noch zusätzlich verfälscht.

    mir ging es mit instagram auch so. seit 2 jahren oder so ist es einfach meine liebste plattform, aber in der letzten zeit merke ich, wie ich immer unspontaner werde, dinge nicht poste, weil sie nicht reinpassen oder nicht hübsch genug fotografiert sind – und damit schwindet auch merklich freude daran.

    wow, ich fühle mich ehrlich geschmeichelt und es freut mich ungemein, wenn meine bloggerei da etwas dazu beigetragen hat <3

    #travelathome ist würde ich sagen einfach der empfindung nach dort, wo du dich zuhause fühlst und dennoch noch nie warst 🙂 für mich würde aber wohl im allgemeinen österreich schon als ganzes dazuzählen, also – auch wenn die dimension größer ist – könnte sich das bei dir durchaus auf ganz deutschland erstrecken 🙂

    1. Vielen lieben Dank. 🙂 Es hat auch sehr viel Spaß gemacht ihn zu schreiben. Es ist schon lustig, wie man sich mit dem Alter entwickelt. Wobei ich mir irgendwie nicht vorstellen könnte in Wien zu leben. Es ist wunderschön, aber die drei Tage dort wäre ich aufgrund der Touristenmassen ja fast wahnsinnig geworden. -.-” Ansonsten fand ich Wien wirklich schön und ich fang immer das träumen an, wenn ich deine ganzen Fotostrecken sehe. *haha*

      Ja das stimmt natürlich. Ich würde auf Instagram auch gerne, für meine eigene Motivation, Essensfotos posten, aber nicht wegen diesem “schau wie hübsch ich das gemacht hab”, sondern eher ein “Schau! Ich hab heute gekocht. Gesund und Punktefreundlich!” Oder so. Aber durch diese ganze Food”porn”-Gesellschaft ist mir irgendwie das Interesse daran verloren gegangen. :/ Mal sehen ob ich das noch anderweitig realisieren kann. ^^

      Es gab natürlich noch den ein oder anderen Blog, der mich inspiriert und ermutigt hat, aber wenn man sich näher steht und oft miteinander redet und auch miterlebt wie sich das bei jemand anderem so entwickelt, spornt das wirklich ungemein an. ♥

      Also ich finde diese #travelathome-Idee wirklich ganz toll. Ich werde bei meinem nächsten Ausflug definitiv einen Bericht schreiben. Ja. Und natürlich auf dich zurückverweisen, wie es sich gehört. *haha*

      Herzlichste Grüße

  2. Eine schöne Blogparade 😀 ~ ich selber hätte da nur nicht s zu sagen *LOL* XD

    Witzig eigentlich wie sich die Geschmäcker mit dem alter verändern.
    In meiner Teenzeit wollte ich auch UNBEDINGT NACH MÜNCHEN. Und jetzt ist es nur noch praktisch zum Einkaufen für mich und ich freue mich wenn ich abends dann wieder in mein Kaff komme *g*
    (wir haben im übrigen vor, in ein totales Kaff zu ziehen; ein Dorf das an meine jetzige Heimat grenzt, die haben nicht mal einen Bäcker glaub ich …. :”D) Aber es ist richtig Idylisch dort (und in ein paar Mins bin ich wieder in BGH ;))

    Zwecks Tasse: Mit weiß nacharbeiten ist glaub ich keine gute Idee. Ich möchte das ähnlich wie beim Acrylmalen gestalten (sind ja Farbpötte und keine Stifte ^^) und von daher muss ich bissl reinmischen 😀

    Und: ich finde solche Beiträge richtig klasse. Einfach über dich was du fühlst und was dir so spaß macht. Eine gute Länge, ein paar nette Bilder – und ich bin glücklich ;)))

    1. Wirklich nicht? Das ist aber schade. Du könntest ja erörtern warum du Stadt- oder Landkind bist und vielleicht auch bleiben willst? 😉

      Das lustige ist ja, wir sind von Augsburg weggezogen, gehen da aber immer noch ins Kino, zum Shoppen usw. Liegt wohl auch daran, dass wir es halt genauso gut erreichen wie die Münchner Innenstadt und mir München einfach zu unpersönlich und kalt ist. Manche Kleindstädte/Dörfer haben schon auch was für sich, wobei es für mich schon ein wenig Leben bräuchte. Einfach nur Bauernhöfe und ein paar Wohnhäuser wäre jetzt auch nicht meins. *haha*

      Achso. Fängst du dann mit der Tasse nochmal von vorne an? ^^

      Und: Vielen lieben Dank, das ist so lieb von dir. 😀 Ich habe bereits mit einem neuen Beitrag angefangen, der ufert jetzt allerdings so enorm aus, dass ich mir erst mal klar werden muss wie ich den aufbauen will, weil ich euch ja auch nicht drei Stunden an einen Artikel binden möchte. *räusper*

  3. Also ich mag Städte durchaus gern. Nur nicht zum Wohnen. Ich bin ganz froh, hier bei mir zu leben. Denn wirklich weit ist es bis München auch nicht, die Stadt ist zwar nicht riesig, aber noch groß genug um so etwas wie Kino und Einkaufsmöglichkeiten zu bieten und außen rum gibt es viel Natur. Das ist mir schon auch sehr wichtig. 😉

    Manchen ist zwar eine schöne Stadt, aber so wirklich vorstellen kann ich mir nicht dort zu wohnen. Grad wenn ich mir auch die Mietpreise anschaue… es leben viele, die ich kenne, schon recht weit auswärts…

    Das Buch “Die Geisha” musst du lesen. Grad, da dich die Kultur fasziniert. Und es ist auch einfach ein schönes Werk. Teilweise witzig, berührend… ich mochte es sehr gern!

    1. Ja. Ich glaube in deiner Gegend würde ich auch gerne leben, es ist einfach unglaublich schön bei euch. 😀 München ist und bleibt irgendwie so ein… “Ausflugsort” wo man sich mal mit Freunden trifft oder so, aber mehr auch nicht. Ich möchte dort nicht wohnen.

      Also die Münchner Mietpreise sind wirklich mittlerweile unverschämt. Nicht nur in der Stadt sondern auch in den Ringen/Zonen drum herum. Teilweise wirklich schon fast utopisch. Wer soll sich das auf Dauer noch leisten können. Und ein Traum vom Eigenheim wird da auch schnell zu einer platzenden Seifenblase. Naja… anderes Thema. xD

      Ich bin auch sehr gespannt auf “Die Geisha” als Buch, hab auch noch “Die wahre Geschichte der Geisha”. Kennst du das zufällig auch?

      Ganz liebe Grüße

  4. Ich mache gerne kleine Reisen in diverse Städte.. aber ich möchte nicht in einer großen Stadt wohnen. Bin ein Dorfkind – aufgewachsen in einer Gegend mit nicht mal 5000 Einwohnern und jetzt wohne ich in einer Gemeinde mit 18000, das war schon ein ziemlicher Sprung. *lol*
    Wobei ich das “Dorf” mit 5000 Leutchen schon sehr kaffig fand – aber als Teenie empfindet man alles so, wenn man nur mit den Eltern (Mama, kannst du mich fahren!?) oder mit dem Bus (wie, nur alle anderthalb Stunden!?) aus dem Ort rauskommt, oder?

    1. Da muss ich dir Recht geben, als Teenager ist alles was kleiner ist als eine Großstadt irgendwie… öde. xD Naja… etwas überspitzt, aber du weißt ja was ich mein. Ich schau mir die Städte auch lieber mal für einen (oder mehrere) Tag an und dann ist’s auch wieder gut. 🙂

  5. Wirklich super schöner Post! <3
    Und die Bilder sind auch toll, passen richtig super gut dazu!

    Was das bei mir angeht:
    Ich komm aus nem kleinen Dorf, wollte nie in die Großstadt, nie in einem Reihenhaus oder ähnlichem Mehrfamiliending wohnen – und nun wohne sich seit Halloween '09 in Hamburg in einem Wohnblock der Genossenschaft.. X'D
    Zwar wohnen wir ganz am Rand von HH, aber dennoch, man merkt schon, dass es ne Großstadt ist, obwohl es bei uns doch noch recht ruhig ist ^^

    Aber ja, so ändert sich das alles… 😀

    Und wir suchen seit einer Weile schon nach einem Grundstück/Haus in einer kleineren Stadt in Schleswig-Holstein (~30 Minuten nach Hamburg), bisher gabs aber nicht das richtige für uns.
    Mittlerweile überlegen wir auch schon, ob wir uns IN Hamburg eine Eigentumswohnung suchen – aber das hat fast das selbe Ergebnis bisher.
    Entweder zu teuer, zu klein oder eben nichts da 🙁

    <3

    1. Vielen lieben Dank für das Kompliment. :-*

      Ja manche Dinge ändern sich einfach und dann kommt man wieder zu seinen Wurzeln zurück. Wobei… manche auch nicht! ^^ Geht uns mit der Grundstücksuche genauso. München (also Umland) ist so verdammt teuer, da kann man sich in anderen Regionen eine Burg kaufen! Ohne Spaß… eine BURG! Aber die ist mir dann auch zu weit weg und teuer nach wie vor. *haha*

        1. Jaaa! Ich muss ehrlich sagen, wir sind froh, dass wir nicht JETZT hergezogen sind, das wäre viel zu teuer geworden. Die Preise sind so krass gestiegen, man glaubt es kaum.

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