Tagebuch

Siebenhundertzweiunddreißig

Gestern habe ich bereits über die Vorbereitungen und die Trauung an sich erzählt. Heute geht es um die Feier und das Fotoshooting mit Sandra, es wird also ein etwas bildlastigerer Beitrag als gestern. 😉

Life is a road and I wanna keep going

At the Beginning by Richard Marx & Donna Lewis

Die fünfzehn minütige Fahrt zu unserer Feierlocation hat die Karawane mit Bravour gemeistert. Dem ein oder anderen hat es auf der Strecke überhaupt nicht gefallen, dass so viele langsame Autos unterwegs waren. Aber was soll ich sagen? Autoschmuck, Hochzeit, einfach mal ein Auge zudrücken. Stattdessen wurde dem Brautpaar sogar ein Stinkefinger gezeigt, welchen wir mit einem königlichen Winken quittierten. Über so etwas kann man am Ende dann doch nur lachen.

Als wir ankamen hatten wir das perfekte Wetter. Es war warm, aber nicht heiß; bewölkt, aber nicht düster; windig, aber nicht stürmisch. Es war exakt das Wetter, welches ich mir für unseren Tag erhofft hatte. Wir wurden herzlich begrüßt von der Besitzerin des Cafés/der Bar und erhielten natürlich auch einige Glückwünsche. Das Lokal war wirklich sehr schön hergerichtet:

Clap along if you feel like
happiness is the truth

Happy by Pharrell Williams

Wir hatten keine genaue Absprache wie die Dekoration am Ende aussehen sollte, nur dass unsere Lampionkette aufgehängt und das “You&Me” aufgestellt werden soll. Wir wollten es einfach dezent, klassisch und elegant. Und ich finde, das haben sie sehr gut hinbekommen. Alles andere was wir uns vorgestellt haben, wie zum Beispiel die weißen “Baldachine” hatte das Lokal sowieso und wir baten nur darum, dass sie diese nicht abhängen. Nachdem die Hochzeitsgesellschaft ihre Plätze eingenommen hat, wurde auch schon der Kuchen heraus gebracht.

Ein kleines Manko in diesem Falle, denn er sah nicht so aus, wie wir es mit der Tortenbäckerin abgesprochen hatten, schmeckte dafür aber umso besser. Unsere Hochzeitstorte bestand aus drei Etagen. Die oberste war Himbeer-Limes, die mittlere Passionsfrucht-Frischkäse und die untere Etage war eine Zitronenvinietta. Zusätzlich gab es noch kleine Erdbeertörtchen und des Prinzen Liebling: Schokolade-Trüffel-Törtchen. Während wir uns an der Torte labten, spielte unser DJ Happy von Pharrell Williams, aber auch Lieder von Bon Jovi, Louis Armstrong und Gianna Nannini.

I just can’t smile without you

Can’t smile without you by Barry Manilow

Nach dem Verzehr der Torte hatten wir eine zweistündige Pause eingeplant, in der unsere Gäste sich im Hotel einchecken, einen Spaziergang machen oder sich miteinander unterhalten konnten. Wir nutzten die Zeit für unser Fotoshooting und wurden am Ende mit wundervollen Aufnahmen belohnt:

Die Bilder entstanden nicht weit weg vom Lokal und selbst heute – wenn wir daran vorbei fahren – erinnern wir uns gerne an diesen schönen Moment. Als wir zurück ins Lokal kamen, wechselte ich gleich wieder auf meine etwas bequemeren türkisen Chucks (siehe Titelbild). Ich hatte sie bereits kurz nach der Ankunft gewechselt, aber für die Fotos wollte ich die hübschen Brautschuhe tragen. Genauso später zum Eröffnungstanz, aber alles andere bestritt ich in den Chucks. 😉

Hier noch ein paar Detailaufnahmen vom Strauß, dem Haarschmuck und der heißgeliebten Clutch:

You light the spark in my bonfire heart

Bonfire Heart by James Blunt

Noch in der Pause unterhielten wie uns mit unseren Gästen und nahmen Geschenke entgegen. Das von den Ausmaßen größte Geschenk kam von meinen Brüdern, meiner Schwägerin und meiner Nichte und meinem Neffen:

Ein Bollerwagen voller Sand, blauen Glassteinen (welche das Meer darstellten), zwei Dracena-Palmen und jeder Menge Herzdeko. Im Sand selbst war Geld vergraben, welches wir mittels zwei Kindersieben und zwei Schaufeln ausgraben mussten. Als wir das am nächsten Tag taten, haben wir nach schnelleren Alternativen als die Kindersiebe gesucht, denn die Koffer für die Flitterwochen mussten ja auch noch gepackt werden. Solltest du also solch ein Geschenk zur Hochzeit bekommen, hier ein kleiner Tipp: Badmintonschläger sind perfekt zum aussieben!

Aber auch andere Geschenke fanden den Weg auf unseren Geschenketisch. Dort wartete bereits eine große Briefbox in Form eines Vogelkäfiges für Briefumschläge, damit auch keiner unserer Glückwünsche verloren geht. Drum herum tummelten sich diverse Blumen (wie Orchideen und eine Grünschale). Außerdem Bilderrahmen, Andenken an frühere Zeiten mit Freunden und Kleingeld in rauen Mengen.

Couldn’t be much more from the heart

Nothing Else Matters by Metallica

Die ersten Aperitifs kamen fast zeitgleich mit der Geschenkübergabe des Bollerwagens. Ich bat also um einen kleinen Aufschub, damit wir zuerst noch das Geschenk entgegen nehmen konnten. Dann gab es die leckeren Aperitifs: Hugos/Helgas und Ramazotti Rosato Mio.

Kurz darauf sollte dann das Essen folgen. Also ergriff der Prinz das Mikrofon, um sich bei unseren Gästen zu bedanken und das Buffet zu eröffnen. Zur großen Überraschung seines Bruder hielt er tatsächlich eine sehr, sehr kurze Rede: »Ich bin kein Mann großer Worte, doch wir möchten uns bei Euch allen bedanken, dass Ihr mit uns zusammen diesen Tag feiert. Das Buffet ist eröffnet!«

Als Vorspeise gab es ein großartiges mediterran-bayerisches Vorspeisenbuffet mit verschiedensten Leckereien. Auf dem Buffet fand sich marinierter Tafelspitz, Semmelknödel-Carpacchio, Feldsalat mit Speckkrusterl, Minifleischpflanzerl, Käsecarpacchio mit Frühlingszwiebeln und Walnüssen, ein Salatbuffet und außerdem noch eine Tafelspitzbouillon mit Kräuterpfannkuchen. Als Hauptmahlzeit gab es italienischen Schweinebraten mit Toskanagemüse oder Roastbeef in Kräuterkruste mit Kartoffelecken und Sommergemüse.

We make these memories for ourselves

Photograph by Ed Sheeran

Nach dem Abendessen hatten wir eine kleine Pause bis zum Dessert und konnten in der Zwischenzeit die – von der Fotografin bereit gestellte – Photobooth nutzen um schöne und witzige Erinnerungen für unser Hochzeitsalbum zu sammeln. Es sind UNMENGEN an Fotos entstanden, vor allem aber mein kleiner Neffe hat sich für diese Booth begeistern können. Von ihm gibt es gefühlt mehr Bilder als von allen anderen und irgendwie ist er immer mit drauf. *haha* Aber Hauptsache jeder hatte seinen Spaß. Es sind jedenfalls sehr schöne Erinnerungen entstanden.

Dieses Bild ist mein liebstes:

Nach der Photobooth hatten sich die Gäste wieder etwas zerstreut und unterhielten sich miteinander. Aber es war auch einfach so schön und gemütlich, dass man gar nicht widerstehen konnte.

Aber bitte mit Sahne

by Udo Jürgens

wurde nur kurz – und tatsächlich auch nur diese eine Zeile – vom DJ angespielt. Er hatte eigentlich Schlagerverbot, aber er wollte damit die Leute zum Nachtisch locken und bat später um Nachsicht. War natürlich kein Problem und wir freuten uns gigantisch auf den Nachtisch. Vor allem, weil wir gar nicht wussten was uns als Nachtisch erwartet. Es sollte eine Überraschung des Lokals werden und was soll ich sagen? Es war FANTASTISCH!

All the single ladies
now put your hands up

Single Ladies by Beyoncé

Direkt nach dem Dessert forderte ich alle unverheirateten Damen auf die Tanzfläche, der DJ half mir mit »Single Ladies« die Damen zu animieren. Kaum waren sie alle versammelt, warf ich auch schon den Brautstrauß und er flog hervorragend. Bereits im Herbst hat die Fängerin des Brautstaußes ihren Verlobten dann geheiratet.

Fascination turned to love

Fascination by Nat King Cole

Als ich mich des Brautstraußes entledigt hatte, ging es auch schon über in den Eröffnungstanz. Zu »Fascination« tanzten der Prinz und ich einen langsamen Walzer, sogar die Drehung hat geklappt und bedeutete den Trauzeugen, dass sie nun einsteigen konnten. Unser Eröffnungslied ging dann über in »Unforgettable« ebenfalls von Nat King Cole zu dem dann alle einen Walzer tanzen konnten. Mein Vater löste mich von meinem Prinzen ab und dieser tanzte dann eine Runde mit meiner Mama. Überhaupt habe ich überall nur tanzende Paare in Erinnerung.

As long as your dreams are coming true

I’d do anything for Love (but I won’t do that) by Meat Loaf

Wir hatten eine bunte Mischung an Rock, Blues und Jazz, aber auch Pop war vertreten. Wir tanzten zu ACDC, Queen, Metallica, Bon Jovi, Bill Haley, Toploader, Louis Armstrong und vielen mehr. Aber vor allem tanzten der Prinz und ich zu »I’d do anything for Love«. Als die ersten Töne des Liedes aus den Lautsprechern schallten, zog er mich von meinem Stuhl auf die Tanzfläche. Mit den Worten »Wenn der DJ dieses Lied schon spielt, dann müssen wir auch dazu tanzen« und wir tanzten. Die gesamten zwölf Minuten dieses Liedes! Ein wundervoller Moment der Ruhe. Irgendwie waren nur noch wir da, schauten uns in die Augen, sangen leise mit und zogen unsere Kreise über die Tanzfläche. Selbst der DJ war am Ende überrascht, dass wir die zwölf Minuten getanzt haben, denn eigentlich wollte er das Lied nach der Hälfte auslaufen lassen. Aber nicht mit uns! 😉

Our hearts belong near

Standing by by Pentatonix

Kurz vor Mitternacht gab es dann noch eine Käseplatte – die wir eigentlich abbestellt hatte, aber am Ende doch froh darüber waren, dass es nochmal eine kleine Stärkung gab. Wir tanzten und tanzten, unterhielten uns und lachten. Es war ein zauberhafter Abend. Irgendwann verließen uns die Fotografen und der Trauzeuge läutete das Ende des Abends ein indem er uns bat unsere Sachen zu packen und ihm zu folgen. Ich trank mein Glas aus und noch während ich das Glas an den Lippen hatte, ertönte eines meiner absoluten Lieblingslieder »Standing by« von Pentatonix, gesungen von Avi Kaplan. In meinen Augen rührten sich die ersten Tränchen, während wir dem Trauzeugen zum Ausgang folgten.

Die Hochzeitsgesellschaft stand im Spalier und formte einen Gang aus Wunderkerzen, durch den wir zu unserem Auto gelangten. Im Auto rann dann doch ein Tränchen über meine Wangen, vor Freude und irgendwie auch Erleichterung, den Tag so gut überstanden zu haben.


Fotografiert hat auf unserer Hochzeit, natürlich unsere Haus- und Hoffotografin Sandra Koller

5 thoughts on “Siebenhundertzweiunddreißig

  1. oh das hört scih ja alles ganz wundervoll an und die bilder sehen auch ganz toll aus <3 wie schön, dass das alles so super bei euch gelungen ist und die chucks liebe ich 🙂

    1. Die Chucks waren meine absoluten Lieblinge. Schade, dass ich sie vor einiger Zeit ausmisten musste, weil sie kaputt gegangen sind. :'(

  2. Herzlichen Glückwunsch 😀

    Man sieht an den zahlreichen Fotos dass es ein sehhhr gelungene, schöne unangespannte Feier gewesen sein muss 🙂
    Wann genau habt ihr geheiratet?

    Deine Brautfrisur war ja zauberhaft ♥ – hat dir (alles!) hervorrangend gestanden 🙂

    1. Danke! 😀
      Wir haben am 25.07.2015 geheiratet. 😉 Ist also schon ein bisschen her, aber zum Jahrestag wollte ich das noch einmal auffrischen. ♥

      Oh vielen lieben Dank. Ja die Brautfrisur hat mir am Ende auch sehr gut gefallen. War überhaupt nicht das was ich ursprünglich wollte, aber meine Haare waren für die eigentliche Frisur zu schwer, also wurden sie sozusagen an meinen Kopf gebunden. *hahaha*

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